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Rubrik: Gebäudetechnik, Be- und Entwässerung, Wasser - Abwasser
Nachricht vom: 05.Februar 2010

ACO Haustechnik: Fettabscheider ohne Fallstricke

Gewerbliche Verursacher von Abwasser sind vom Gesetzgeber verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass Stoffe und Flüssigkeiten, die schädliche oder belästigende Ausdünstungen und Gerüche verbreiten bzw. Baustoffe oder Entwässerungseinrichtungen angreifen, nicht in die öffentliche Kanalisation gelangen.

(Foto: ACO Passavant GmbH)

Um die geforderte Zurückhaltung von Fetten und Ölen organischen Ursprungs zu gewährleisten, müssen in Betrieben, in denen fetthaltiges Abwasser anfällt, entsprechende Vorbehandlungsanlagen eingebaut werden: Die Rede ist von Fettabscheider-Anlagen.

Zu den Betrieben, für die diese gesetzlichen Vorschriften gelten, gehören u.a. Küchenbetriebe (Hotels, Restaurants, Mensen, Kantinen, Autobahnraststätten etc.), fleischverarbeitende Betriebe (Schlachthöfe, Metzgereien, Fleisch- und Wurstfabriken etc.) sowie die unterschiedlichsten Lebensmittel-Produzenten (Speiseöl-Raffinerien, Erdnussröstereien, Konservenfabriken etc.)

Für die Bemessung, den Einbau, den Betrieb und die Wartung von Fettabscheider-Anlagen gelten vor allem die Normen DIN EN 1825 und DIN 4040-100. Dabei hat sich im Vergleich zur alten DIN 4040 einiges geändert: So werden beispielsweise bei der Berechnung der Nenngröße die Betriebsstunden und Erschwernisfaktoren mit einkalkuliert. Beim Einbau der Fettabscheider-Anlage ist unter anderem auf den DIN-gerechten Zulaufanschluss zu achten.

Der normgerechte Einbau nimmt maßgeblichen Einfluss auf die Funktionalität eines Fettabscheiders. Sowohl Einbau als auch die Wahl der Anlage bestimmen die Qualität des gereinigten Abwassers. Dieser Artikel behandelt das Funktionsprinzip von Fettabscheider-Anlagen, beschreibt den korrekten Einbau und stellt einige der für unterschiedliche Einsatzzwecke optimierten Anlagen von ACO Haustechnik vor.

Funktionsprinzip

Fettabscheider arbeiten rein physikalisch nach dem Schwerkraftprinzip: Schwere Abwasserbestandteile sinken auf den Boden, leichtere Stoffe wie z.B. tierische Öle und Fette steigen im Abwasser nach oben. Das fetthaltige Abwasser fließt normalerweise mit freiem Gefälle dem Abscheider zu. Der nach DIN EN 1825 vorgeschriebene Schlammfang wird i.d.R. in die Fettabscheideranlage integriert und unterhalb des Fettabscheiderraumes angeordnet; er kann dem Fettabscheider aber auch separat vorgeschaltet werden. Fettabscheider sind hydraulisch so konzipiert, dass die festen Anteile im Abwasser, die schwerer als Wasser sind, Zeit zum Absinken haben und sich im Schlammfang sammeln. Die frei abscheidbaren lipophilen Anteile (Fettteilchen, die leichter sind als Wasser) und ein kleiner Teil der Schwebstoffe werden im oberen Bereich des Fettabscheiders (Fettsammelraum) zurückgehalten.

Einbau im Erdreich

Grundsätzlich gibt es für Fettabscheider-Anlagen zwei Einbaumöglichkeiten: Im Erdreich (Erdeinbau) und im Gebäude (Freiaufstellung). Maßgeblichen Einfluss auf die Funktion der Fettabscheider-Anlage nehmen neben der Wahl der Nenngröße auch der richtige Einbau und die Aufstellverhältnisse.

Der Einbau im Erdreich erfolgt in Grünflächen, auf Zufahrtswegen oder in Innenhöfen. Dabei gelten die Vorgaben der DIN EN 1825-2. Beim Einbau in Grünflächen müssen die Abdeckungen geruchsdicht sein. Dafür genügt eine Abdeckung der Belastungsklasse A15. Der Einbau einer Fettabscheider-Anlage über Zufahrtswegen sollte möglichst außerhalb des direkt befahrenen Bereiches erfolgen. Eine geruchdicht verschraubte Abdeckung der Belastungsklasse B125 ist hier in der Regel ausreichend. Beim Einbau direkt in der Fahrbahn ist eine Abdeckung der Klasse D400 vorzusehen.

Innenhöfe sind kritische Einbaustellen bezüglich der Geruchsbelästigung während des Betriebes und der Entsorgung. Während des Betriebes können Geruchsbelästigungen durch lose aufgelegte, nicht geruchdichte Schachtabdeckungen auftreten. Durch das Öffnen der Fettabscheider-Abdeckungen im Zuge der Entsorgung ist extreme Geruchsbelästigung möglich. Die Lösung ist hier die Ausstattung des Fettabscheiders mit einer so genannten Direktabsaugung. Die Saugleitung wird im Erdreich z.B. an der Gebäudeaußenwand verlegt und sollte für das Entsorgungsfahrzeug leicht zugänglich sein. Die Saugleitung ist vorzugsweise aus PE-HD-Druckrohr (mindestens DN 65/PN 6) herzustellen. Die Entsorgung mittels Direktabsaugung hat den entscheidenden Vorteil, dass die Deckel während des ersten Absaugvorganges geschlossen bleiben und somit keine Geruchsbelästigung auftreten kann. Erst zum Nachspülen über den Entsorgungsschacht mit Druckwasser aus dem Entsorgungsfahrzeug werden die Deckel geöffnet. Da die Abscheiderkammer schon zuvor durch das Absaugen geleert wurde, sind auch die geruchsintensiven Reste größtenteils abgesaugt worden, so dass nur noch minimale Gerüche entstehen.

Einbau in Gebäuden

Der Einbau in Gebäuden hat in den vergangenen 15 Jahren zugenommnen. Die Gründe dafür sind einerseits Altbausanierungen und Nutzungsänderung vorhandener Gebäude, andererseits die Tatsache, dass die hohe Bebauungsdichte kaum noch Flächen für den Erdeinbau freigelassen hat.

Fettabscheider werden in unmittelbarer Nähe des Abwasseranfalls installiert. (DIN EN 1825-2). Der Aufstellungsraum ist abgetrennt, trocken und mit einer funktionierenden Be- und Entlüftung auszustatten. Die Aufstellfläche des Fettabscheiders muss eben sein. Das Abwasser sollte dem Fettabscheider mit freiem Gefälle von mindestens 1:50 zugeführt werden.

Bei der Verlegung der Abwasserleitung durch unbeheizte oder frei zugängliche Räumlichkeiten mit Frostgefahr ist dieser Streckenabschnitt mit einer Rohrbegleitheizung (z.B. selbstregulierende Heizbänder und Isolierung) auszuführen. Andernfalls kann das Fett bereits in der Zulaufleitung stark abkühlen und sich an der Innenwand des Zulaufrohres absetzen. Rohrverstopfungen können die Folge sein.

Zulaufleitungen zum Fettabscheider bedürfen besonderer Aufmerksamkeit, da hier die Ursachen für ungenügende Abscheidewirkung zu finden sind. Unzureichende Abscheidwirkung wiederum kann zu Überschreitungen von Grenzwerten führen. Um unzulässige Verwirbelungen des Abwassers und seiner Fettbestandteile zu verhindern, müssen die Übergänge von senkrechten Zulaufleitungen zur waagerechten Leitung nach genauen Vorgaben gestaltet werden: Der Übergang von Fallleitungen in horizontale Leitungen ist mit zwei 45°-Rohrbögen und einem mindestens 250 mm langen Zwischenstück oder aber mit einem gleichwertigen Rohrbogen mit großem Radius auszuführen. Anschließend ist in Fließrichtung eine Beruhigungsstrecke vorzusehen, deren Länge mindestens der 10fachen Nennweite in Millimeter des Zulaufrohres des Abscheiders entspricht.

Zu beachten sind bei der Freiaufstellung auch die Zugangswege zum Aufstellraum. Um den richtigen Abscheider auszuwählen, der ggf. auch über Treppenaufgänge, verwinkelte Flure oder über Lichtschächte eingebracht werden kann, muss man die Gegebenheiten vor Ort kennen. Verschiedene Bauformen der Anlagen von ACO Haustechnik ermöglichen eine bedarfsgerechte Einbringung.

Pumpen vor dem Fettabscheider haben den gravierenden Nachteil, dass Fett und Abwasser intensiv vermischt werden, die Abscheidung erschwert wird und Grenzwertüberschreitungen vorprogrammiert sind. Falls es aus baulichen Gegebenheiten nicht zu vermeiden ist, kann man durch Einsatz einer Vorbehälteranlage mit Verdrängungspumpen diese Nachteile nahezu eliminieren.

Auch bei der Lüftung ist nichts dem Zufall zu überlassen. DIN EN 1825-2, Punkt 7.4 verlangt, dass Zulauf- und Ablaufleitungen an Abscheider-Anlagen für Fette ausreichend zu lüften sind. Zu diesem Zweck ist die Zulaufleitung als Lüftungsleitung bis über Dach zu führen, wobei alle Anschlussleitungen von mehr als 5 m Länge gesondert zu entlüften sind. Hat die Zulaufleitung oberhalb der Abscheider-Anlage für Fette auf einer Länge von über 10 m keine gesondert entlüftete Anschlussleitung, muss die Zulaufleitung so nah wie möglich an der Abscheider-Anlage mit einer zusätzlichen Lüftungsleitung ausgestattet werden.

Auch der Einbau des Fettabscheiders unterhalb der Rückstauebene ist durch DIN EN 1825-2, Punkt 7.3 geregelt: „Abscheideranlagen für Fette, deren Ruhe-Wasserspiegel unter der Rückstauebene liegt (siehe EN 752-1), sind über eine nachgeschaltete Hebeanlage zu entwässern.“ In der Praxis werden Fettabscheider im Keller eingebaut, wobei üblicherweise die Straßenoberkante als Rückstauebene definiert wird. Somit müsste jeder so eingebaute Fettabscheider über eine Hebeanlage entwässert werden. Dies sollte man strikt beachten, auch wenn nur gelegentlich Rückstaugefahr besteht.

Passende Anlagen

Die individuellen Anforderungen, die Gewerbe und Industrie an die Leistungsfähigkeit von Fettabscheidern, Hebeanlagen und Fertigpumpstationen stellen, erfordern anpassungsfähige Produkte in unterschiedlichen Größen und Werkstoffen. ACO Haustechnik verfügt seit Jahrzehnten über ein umfangreiches Programm an Fettabscheidern, Hebeanlagen und Fertigpumpstationen für Erdeinbau und Freiaufstellung.

Alle Fettabscheider von ACO Haustechnik werden gemäß den maßgeblichen Normen DIN EN 1825 und DIN 4040-100 gefertigt. Die im Programm aufgeführten Fettabscheider sind hydraulisch geprüft und haben eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung bzw. die neue Anwendungszulassung vom DIBt Berlin. Weiterhin unterliegen die Abscheider-Anlagen einer regelmäßigen Kontrolle durch die Landesgewerbeanstalt Bayern, welche die Fettabscheiderfertigung auf die Einhaltung der aktuell gültigen Prüfnormen kontrolliert.

Das Modell für den Erdeinbau ist die Anlage ACO Eco-FPI-Ligth. Es handelt sich um eine Fettabscheideranlage gemäß DIN EN 1825 und DIN 4040-100, mit Zu- und Ablauf DN 100 und Anschlüssen gemäß DIN EN 877. Zu ihren Vorteilen gehören die nachgewiesene Standsicherheit (50 Jahre Mindestlebensdauer), die Befahrbarkeit durch PKWs (Belastungsklasse B 125), Auftriebsicherheit gegen Grundwasser (bis Oberkante Gelände ohne zusätzliche Maßnahmen) sowie die einfache Anpassung an das Bodenniveau durch Aufsatzstücke und Auflageringe. Die zwei zur Auswahl stehenden Nenngrößen N2 und N4 haben ein Gesamtvolumen von 580 bzw. 1140 Litern.

Das Modell für die Freiaufstellung heißt ACO Eco-Jet-O. Es erfüllt die Maßgaben der DIN EN 1825 und DIN 4040-100 und verfügt über Anschlüsse gemäß DIN EN 877. Die geruchsdichte Wartungsöffnung hat einen Durchmesser von 450 mm. Zu den Vorteilen der Anlage gehören die nachgewiesene Standsicherheit (25 Jahre Mindestlebensdauer), die Aufrüstbarkeit zu Ausbaustufen 1–3, das geringe Einbringmaß und das geringe Gewicht. Zusätzlich zur Basisausführung gibt es die Variante mit Direktentleerung (Eco-Jet-OD). In beiden Varianten stehen vier Nenngrößen zu Wahl, mit den Gesamtvolumina von 320, 440, 630 bzw. 830 Litern.

Ausführliche Informationen über Fettabscheider-Anlagen von ACO Haustechnik sowie die Bemessung, den Einbau, den Betrieb und die Wartung erhalten Sie gerne bei der  ACO Passavant.

 


Weitere Informationen:

ACO Passavant GmbH
Im Gewerbepark 11c
36457 Stadtlengsfeld
Deutschland

Telefon +49 (0) 36965 819 0
Fax +49 (0) 36965 819 361

eMail haustechnik@aco-online.de
Internet http://www.aco-haustechnik.de

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